18. Mai 2015

Tipps für angehende Videospiel-Turnierprofis

Das musst du wissen, um für deinen ersten Turnierkampf gewappnet zu sein.

Kämpfe sind ein wesentlicher Bestandteil aller Pokémon-Spiele, egal ob es sich beim Gegner um wilde Pokémon, andere Trainer oder ein Mitglied der Top Vier handelt. Sie machen Spaß, aber setzen gleichzeitig voraus, dass du dich mit den taktischen Grundregeln vertraut machst. Die Kämpfe, die du im Verlauf deines Abenteuers bestreitest, folgen jedoch anderen Regeln als Turnierkämpfe. Es gibt viele Unterschiede, derer du dir bewusst sein musst, um siegen zu können. Diese Besonderheiten zu verinnerlichen stellt deshalb einen wichtigen Schritt bei der Vorbereitung auf deinen ersten Pokémon-Turnierkampf dar.

Bist du bereit, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen? Wenn du vorhast, an einem Play! Pokémon Turnier oder einem Online-Turnier des Pokémon Global Links teilzunehmen, dann lies weiter!

Kampfart

Bei Play! Pokémon Turnieren und vielen Online-Turnieren werden ausschließlich Doppelkämpfe ausgetragen. Das bedeutet, dass jeder Trainer zwei seiner Pokémon auf einmal in den Kampf schickt. Da somit insgesamt vier Pokémon gleichzeitig im Kampfgeschehen mitmischen, sind Doppelkämpfe sehr viel komplexer als Einzelkämpfe. Im Lauf deiner Abenteuer bist du sicher schon mal mit dieser Kampfart in Berührung gekommen. Mit großer Wahrscheinlichkeit hast du aber nie ernsthaft darüber nachgedacht, dein ganzes Team auf diese Form des Kampfs abzustimmen. Um in einem Turnierkampf bestehen zu können, hast du aber keine andere Wahl.

Im Gegensatz zu den Doppelkämpfen, die du im Rahmen deiner Abenteuer austrägst, kannst du in einem Turnierkampf maximal vier statt der üblichen sechs Pokémon im Team haben. Jede Pokémon-Art darf außerdem nur ein Mal pro Team vertreten sein. So ist es einem Teilnehmer beispielsweise nicht erlaubt, zwei Caesurio einzusetzen. Zu Beginn eines Turnierkampfes (aber nach der Teamvorschau) muss jeder Teilnehmer je vier Pokémon für den Einsatz im anstehenden Kampf wählen. Die beiden verbleibenden Pokémon setzen aus. Die Entscheidung, welche vier Pokémon du mit in den Kampf nimmst, ist sehr wichtig. Analysiere während der Teamvorschau die Pokémon deines Gegners gründlich, wäge deine eigenen Stärken und Schwächen ab und überlege dir, mit welchen Taktiken dein Gegenüber aufwarten könnte.

Teamvorschau

Vor Kampfbeginn haben beide Trainer etwas Zeit, um einen Blick auf die Pokémon des Gegners zu werfen. Diese Phase wird als „Teamvorschau“ bezeichnet. Wenn du vorhast, dir im Verlauf des Kampfes Notizen zu machen, stellt dies eine gute Gelegenheit dar, dir Taktiken für mögliche Gegnerkombinationen zu überlegen.

Während der Teamvorschau siehst du alle sechs Pokémon deines Gegners. Du solltest aber nicht vergessen, dass er nur vier von ihnen mit in den Kampf nehmen darf! Manche Trainer versuchen nämlich, ihre Gegner in die Irre zu führen, indem sie lediglich vortäuschen, eine bestimmte Strategie zu verfolgen. Im Idealfall solltest du natürlich vier Pokémon wählen, mit denen sich jede Situation meistern lässt, egal, welche Pokémon dein Gegner in den Kampf schickt. Das perfekte Team gibt es zwar nicht, aber genau das sorgt in den Kämpfen für jede Menge Abwechslung und Spannung!

Timer

Anders als bei Kämpfen, die du im Verlauf deines Abenteuers bestreitest, hast du bei Turnieren nicht beliebig viel Zeit, um eine passende Attacke auszusuchen. Der Runden-Timer erscheint auf dem Bildschirm, sobald der vorangehende Zug beendet wurde. Er verrät, wie viel Zeit dir verbleibt, um deine nächste Attacke zu wählen. Gelingt es dir nicht, rechtzeitig eine Attacke zu wählen, setzen beide Pokémon jeweils die erste Attacke aus ihrem Attacken-Repertoire ein. (Hast du eine Attacke für dein erstes Pokémon gewählt, aber nicht für dein zweites, setzt dein erstes Pokémon natürlich trotzdem die von dir ausgewählte Attacke ein.)

Neben dem Runden-Timer gibt es außerdem einen übergreifenden Kampf-Timer. Dieser Timer läuft während des Kampfes ununterbrochen – selbst wenn du deine nächste Attacke wählst! Der Kampf-Timer gewährleistet, dass einzelne Begegnungen nicht zu lange dauern und Turniere schnell und planmäßig abgewickelt werden können. Ist der Countdown des Kampf-Timers abgelaufen, gewinnt der Trainer mit den meisten noch kampffähigen Pokémon. Haben beide Teilnehmer gleich viele kampffähige Pokémon übrig, wird der Gewinner anhand der höheren Gesamtzahl der vorhandenen KP – gemessen an der Höchstzahl der KP der im Kampf eingesetzten Pokémon – ermittelt. Endet dies wieder in einem Patt, wird der Gewinner anhand der höheren Summe an vorhandenen KP der noch kampffähigen Pokémon bestimmt.

Für die meisten Teilnehmer stellen die Zeitlimits kein größeres Problem dar. Es lohnt sich dennoch zu wissen, welche Funktion sie erfüllen. Nur die wenigsten Spieler nehmen die gesamte Zeit in Anspruch, um eine Attacke zu wählen, und die Anzahl der Begegnungen, bei denen das Zeitlimit des Kampf-Timers erreicht wird, ist gering.

Reichweite von Attacken

Bei Einzelkämpfen entgeht vielen Trainern die Bedeutung gewisser Attacken für den Doppelkampf. In Kämpfen gegen mehrere Pokémon erfassen zum Beispiel viele Attacken mehr als nur ein Ziel. Andere treffen sogar alle Pokémon, die am Kampf beteiligt sind. Attacken wie Steinhagel und Hitzewelle fallen in die erste Kategorie. Sie fügen allen gegnerischen Pokémon Schaden zu, während das Team des Anwenders unbeschadet bleibt. In Einzelkämpfen bieten diese Attacken keinen Vorteil gegenüber anderen, aber in Doppelkämpfen spielen sie dafür eine umso wichtigere Rolle. Attacken, die mehrere Pokémon erfassen, verursachen in Doppelkämpfen allerdings weniger Schaden als in Einzelkämpfen. Sei also nicht enttäuscht, wenn sie plötzlich geringeren Schaden anrichten als gewohnt!

Attacken wie Erdbeben und Surfer treffen hingegen alle Pokémon, die sich gerade im Kampf befinden – einschließlich der Pokémon des Anwenders. Der Vorteil dieser Attacken besteht darin, dass sie jede Menge Schaden anrichten. Dafür musst du aber darauf gefasst sein, dass sie auch deine eigenen Pokémon treffen können. Aus diesem Grund werden viele Pokémon in Doppelkämpfen mit der Attacke Schutzschild ausgestattet. Diese bewahrt sie nämlich vor Schaden durch Attacken, die beide Seiten erfassen.

Es gibt außerdem Attacken, die in Einzelkämpfen kaum oder gar keine Wirkung zeigen, sich in Doppelkämpfen (bzw. Dreier- oder Reihumkämpfen) dafür aber als umso wertvoller erweisen. Lichtschild und Rapidschutz zeigen in Doppelkämpfen z. B. erhöhte Wirkung, da sie allen aktuell am Kampf beteiligten Pokémon auf der Anwenderseite Schutz bieten. Rechte Hand steigert in Doppelkämpfen die Stärke der nächsten Attacke des Mitstreiters. In Einzelkämpfen zeigt Rechte Hand dagegen keinerlei Wirkung.

Du solltest dich stets im Voraus darüber informieren, welche Reichweite dir die Attacken deiner Pokémon bieten. So weißt du im Ernstfall immer, ob eine Attacke mehrere Ziele erfasst (z. B. Windschnitt) oder nur ein einziges (z. B. Aero-Ass). Mach dir am besten jede Menge Notizen und präge dir ein, welche Attacken gegen welche Art von Gegner am wirkungsvollsten sind!

Pokémon-Kombinationen

Die Wirkungsweise von Attacken, die mehrere Ziele erfassen, nimmt auch Einfluss darauf, welche beiden Pokémon ein Trainer zusammen in den Kampf schickt. Flug-Pokémon sind beispielsweise immun gegen Boden-Attacken wie Erdbeben, weshalb sich eine Kombination wie Fiaro und Stalobor anbietet. Ähnlich verhält es sich bei Pokémon mit Fähigkeiten wie Trockenheit oder H2O-Absorber, die KP hinzugewinnen, sobald sie von einer Wasser-Attacke erfasst werden. Dadurch erweisen sie sich als hervorragende Mitstreiter für Pokémon, die Surfer beherrschen.

Bei Turnierkämpfen ist es besonders wichtig, Pokémon zu finden, die gut aufeinander abgestimmt sind. Dieses komplexe Thema verdient eine sehr viel gründlichere Auseinandersetzung. Du kannst dich jetzt schon auf einen kommenden Artikel freuen, der sich näher damit befassen wird.

Getragene Items

Im Rahmen eines herkömmlichen Pokémon-Abenteuers unterliegt die Auswahl getragener Items keinerlei Einschränkungen. Bei Turnierkämpfen herrschen jedoch andere Regeln. So kann in jedem Team immer nur ein Exemplar eines Items vertreten sein. Wahlschal darf deshalb zum Beispiel nur von einem Pokémon in deinem Team getragen werden. Die übrigen Pokémon müssen mit einem anderen Item vorliebnehmen. Behalte diese Regel immer im Hinterkopf, wenn du dir überlegst, welches Pokémon du mit welchem Item ausstatten willst.

Deine Pokémon erhalten außerdem Items, die nach Einsatz im Gefecht normalerweise unwiderruflich verloren wären (z. B. Beeren), nach Kampfende zurück. Dank dieser Regel musst du einem Pokémon, das in einem Kampf beispielsweise durch eine Maronbeere aufgeweckt wurde, vor der nächsten Begegnung keine neue Beere geben. Dieser Punkt mag für viele nichts Besonderes sein. Aber für Spieler, die im Lauf ihres Abenteuers bisher vor dem Einsatz von Beeren zurückschreckten, weil es ihnen zu lästig war, für Nachschub zu sorgen, eröffnet er bei Turnierkämpfen völlig neue Möglichkeiten.

Pokémon für Turnierkämpfe trainieren

Der Hauptteil der Arbeit, die einen erfolgreichen Turniertrainer ausmacht, findet lange vor dem ersten richtigen Kampf statt. Deine Pokémon so effektiv wie möglich zu trainieren, ist nicht nur sehr zeitaufwändig, sondern setzt auch ein tiefes Verständnis der Stärken und Schwächen eines jeden Pokémon voraus. Zunächst gilt es festzuhalten, dass nicht alle Pokémon gleich sind, nicht einmal jene, die derselben Art angehören. Ein Knakrack aus deinem Team kann sich beispielsweise drastisch von jenem unterscheiden, das sich im Besitz deines Gegners befindet. Und damit sind nicht nur die Attacken, das Item und sein Wesen gemeint!

Auch die Wachstumsrate einzelner Statuswerte variiert von Pokémon zu Pokémon. Du kannst in deinem Spiel dem sogenannten Richter einen Besuch abstatten, um herauszufinden, welches Potenzial in deinen Pokémon steckt. In Pokémon Omega Rubin und Pokémon Alpha Saphir findest du ihn vor der Karte im Pokémon-Center des Kampfresorts. Der Richter verrät dir, welche Statuswerte für ein bestimmtes Pokémon das höchste Potenzial bergen. Eine gute Möglichkeit, Pokémon für Turnierkämpfe zu finden, besteht darin, sich an versteckte wilde Pokémon anzuschleichen. Ziehe dein Pokédex-Navi zurate, um Pokémon mit hohem Potenzial aufzuspüren. Jeder Stern steht für einen Statuswert mit maximalem Potenzial. (Ein Pokémon, das drei Sterne aufweist, kann sogar über mehr als drei Statuswerte mit maximalem Potenzial verfügen!)

Darüber hinaus ist es natürlich wichtig, das Wachstumspotenzial der Statuswerte deiner Pokémon voll auszuschöpfen. Es gibt drei Wege, die Wachstumsrate der Statuswerte eines Pokémon zu verbessern:

  1. Kämpfe gegen andere Pokémon (das ist besonders effektiv, wenn das Pokémon ein Item wie z. B. Machtband trägt).

  2. Füttere das Pokémon mit Items wie Protein oder Kalzium.

  3. Lass das Pokémon am Supertraining teilnehmen.

Diese Methoden verbessern die Basiswerte deines Pokémon, also jene Faktoren, die das Wachstum der Statuswerte beeinflussen (KP, Angriff, Verteidigung, Spezial-Angriff, Spezial-Verteidigung und Initiative). Ein Blick auf die Werte-Anzeige im Supertraining verrät dir, wie sich die Basiswerte deines Pokémon entwickeln.

Am schwersten fällt es den meisten angehenden Turnierkämpfern wahrscheinlich, zu akzeptieren, dass manche Pokémon einfach stärker sind als andere, sei es nun durch pures Glück oder aber die Art und Weise, wie sie trainiert wurden. Suche dir Pokémon mit von Natur aus hohem Potenzial und baue dieses mithilfe der verschiedenen vorgestellten Methoden zur Verbesserung der Statuswerte aus, um mit dem bestmöglichen Team antreten zu können.

Turnier-Richtlinien

Bei den meisten Turnieren ist es den Trainern gestattet, sich Notizen zu machen. Ob du das tun möchtest, bleibt allein dir überlassen. Mitunter kann es von Nutzen sein, wichtige Informationen niederzuschreiben, doch bedenke, dass der Timer weiterläuft und du unter Umständen in Zeitdruck gerätst, wenn du ständig etwas aufschreibst oder häufig auf deine Notizen schaust. Teilnehmer müssen ihre Notizen anderen Spielern nicht zugänglich machen, jedoch haben sie diese einem Schiedsrichter vorzulegen, wenn sie darum gebeten werden.

Wenn möglich solltest du mit kleinen regionalen Turnieren anfangen. Premier-Herausforderungen eignen sich hervorragend für deinen Einstand. Sie sind auf neue Spieler abgestimmt und ihr Schwierigkeitsgrad macht es Anfängern leicht, sich mit den Grundregeln von Turnierkämpfen vertraut zu machen. Fängst du hingegen gleich mit einer großen Veranstaltung wie etwa den Landesmeisterschaften an, kann es leicht geschehen, dass dir aufgrund der Menschenmassen, des Gewühls oder der schieren Länge der Veranstaltung schnell die Puste ausgeht. Zudem kann es recht frustrierend sein, einen Kampf nach dem anderen gegen ehemalige Landes- und Weltmeister zu verlieren. Solltest du trotzdem gleich mit einem großen Turnier anfangen, dann genieße einfach den Moment und nutze die Gelegenheit, dich mit deinem Gegner zu unterhalten und vielleicht ein paar nützliche Tipps zu erhalten.

Die nachfolgenden Ausführungen haben zwar wenig mit der Erstellung eines Gewinnerteams zu tun, sind aber dennoch von grundlegender Bedeutung. Sportsgeist ist die Grundlage eines jeden Pokémon-Turniers. Verhalte dich bei Sieg und Niederlage gleichermaßen freundlich. Überlasse den Schiedsrichtern die Lösung kniffliger Fälle während eines Gefechts, dafür sind sie schließlich da. Die reibungslose Zusammenarbeit mit ihnen trägt außerdem dazu bei, mögliche Konflikte zwischen dir und deinem Gegner zu vermeiden. Wut auf deinen Gegner oder deine eigene Leistung wird auf kurze Sicht dazu führen, dass du unüberlegte Entscheidungen triffst. Außerdem hält es dich auf langer Sicht davon ab, aus deinen Fehlern zu lernen.

Turnierkämpfe sind sehr aufregend und bringen neue Herausforderungen in den Alltag erfahrener Pokémon-Spieler. Mit einem besseren Verständnis für die in Turnieren erforderlichen Strategien kannst du gleich bei deiner allerersten Teilnahme jede Menge Spaß und Erfolg haben! Und das macht Lust auf mehr!

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